Pipette tropft Serum in offene Milchglasflasche, daneben Cremetiegel, Petrischalen und gerolltes Handtuch
©OpenAI gpt-image-1.5 · Künstlich erzeugt.

Erneut illegale Beautyklinik in Wien: Zwei Festnahmen in Mariahilf

In Wien-Mariahilf flog die elfte illegale Beautyklinik auf: zwei Festnahmen, Botox, Hyaluronsäure und tausende Euro Bargeld sichergestellt.

Beitrag von
Überprüft durch
Aktualisiert am
21.10.2026
Veröffentlicht am
21.10.2026

Inhaltsverzeichnis6
  1. 1Das Wichtigste in Kürze
  2. 2Hinweis an die Finanzpolizei führte zur Hausdurchsuchung
  3. 3Anzeigen wegen Kurpfuscherei, Freilassung auf freiem Fuß
  4. 4Elfte aufgedeckte Klinik zeigt System statt Einzelfall
  5. 5Fehlende Qualifikation als wiederkehrendes Muster
  6. 6FAQ: Häufig gestellte Fragen

Spritzen, Botox-Präparate und Hyaluronsäure, verschreibungspflichtige Schmerzmittel und mehrere tausend Euro Bargeld: Das stellten Behörden am Sonntag in einer angemieteten Kurzzeitunterkunft in Wien-Mariahilf sicher. Sprich vor der Einnahme mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Hinweis an die Finanzpolizei führte zur Hausdurchsuchung

Die Finanzpolizei hatte den Verdacht, dass in Mariahilf eine Beauty-Klinik ohne Gewerbeberechtigung betrieben wird. Sie ersuchte die Gruppe Sofortmaßnahmen um Unterstützung bei der Überprüfung.

Eine von der Staatsanwaltschaft angeordnete Hausdurchsuchung in der angemieteten Kurzzeitunterkunft bestätigte den Verdacht. Vor Ort fanden die Behörden zahlreiche bereits benutzte Spritzen und Pads, dazu Botox, Hyaluronsäure und verschreibungspflichtige Schmerzmittel.

Sprich vor der Einnahme mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Kundinnen oder Kunden trafen die Behörden zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht an.

Anzeigen wegen Kurpfuscherei, Freilassung auf freiem Fuß

Die Polizei brachte die beiden zur Vernehmung in eine Polizeiinspektion, unter anderem wegen fremdenrechtlicher Verstöße. Gegen sie laufen nun Ermittlungen, darunter der Vorwurf der Kurpfuscherei.

Die Wiener Staatsanwaltschaft verfügte anschließend, beide auf freiem Fuß anzuzeigen. Eine Festnahme in Untersuchungshaft erfolgte damit nicht.

Elfte aufgedeckte Klinik zeigt System statt Einzelfall

Mit diesem Fund zählt Wien bereits die elfte illegale Schönheitsklinik, die im Rahmen der Schwerpunktaktion „Sicheres Wien" aufgeflogen ist. Die Kontrolle am Sonntag war Teil eines größeren Einsatzes: Insgesamt wurden 24 Betriebe überprüft, darunter auch Lebensmittelgeschäfte und öffentliche Parks.

Der Magistrat erstattete 29 Anzeigen, etwa wegen unbefugter Gewerbeausübung. Die Landespolizeidirektion Wien legte sechs weitere Anzeigen, unter anderem wegen Suchtgift und nach dem Fremdenpolizeigesetz. Insgesamt wurden bei der Aktion fünf Personen vorläufig festgenommen.

Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, verweist auf die Zahl elf als Beleg für den Erfolg der laufenden Kontrollen, auch an Sonn- und Feiertagen. Elf aufgedeckte Fälle in diesem Zeitraum sprechen gegen einen Einzelfall und für ein wiederkehrendes Geschäftsmodell.

Fehlende Qualifikation als wiederkehrendes Muster

Sprich vor der Einnahme mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Die wiederholten Funde folgen einem ähnlichen Muster: angemietete, kurzfristig genutzte Unterkünfte statt dauerhafter Praxisadressen, Betreiber ohne Deutschkenntnisse und ohne Gewerbeanmeldung. Das erschwert es den Behörden, solche Kliniken ohne einen konkreten Hinweis wie im aktuellen Fall aufzuspüren.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Sprich vor der Einnahme mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Eine seriöse Praxis ist als dauerhafte medizinische Praxis angemeldet, nicht eine kurzfristig angemietete Unterkunft wie im Fall Mariahilf. Vor der Behandlung gehört eine Anamnese dazu, keine Spritze ohne vorheriges Beratungsgespräch.

Die Behörden haben die vorgefundenen Präparate, darunter Botox und Hyaluronsäure, noch am Tag der Hausdurchsuchung beschlagnahmt. Ob das sichergestellte Bargeld im weiteren Verfahren eingezogen wird, ist aus den bisherigen Angaben der Behörden nicht ersichtlich und hängt vom Ausgang der laufenden Ermittlungen ab.

Gegen die beiden Festgenommenen laufen Ermittlungen wegen Kurpfuscherei und wegen fremdenrechtlicher Verstöße, zwei der Anzeigegründe, die bei der Aktion insgesamt sechsmal von der Landespolizeidirektion Wien verzeichnet wurden. Welcher konkrete Strafrahmen am Ende zur Anwendung kommt, ist offen, die Staatsanwaltschaft hat die beiden vorerst auf freiem Fuß angezeigt.