
HyEx bei der Höhle der Löwen: Hyaluron-Pannen ohne Praxisbesuch
HyEx tritt bei der Höhle der Löwen an: Hyaluron-Pannen sollen zu Hause verschwinden, ohne Studienlage bleibt offen, ob das Versprechen hält.

Am Montag, 12. Oktober 2026, pitchen Ines Frey und ihre Tochter Leonie Steinhauer in Folge 6 der 20. Staffel von Die Höhle der Löwen ihr Kosmetikprodukt HyEx. Für 25,1 Prozent der Firmenanteile fordern sie 250.000 Euro von den Investoren.
Was HyEx verspricht und wer dahintersteht
HyEx soll Hautunregelmäßigkeiten nach einer Behandlung mit Hyaluronsäure zu Hause optisch verbessern, also ein Knötchen, eine Delle oder eine Asymmetrie, die nach einer Unterspritzung sichtbar geblieben ist. Wie Hyaluronsäure im Körper eigentlich wirkt und warum sie dort Volumen aufbaut, erklären wir in einem eigenen Beitrag dazu.
Hinter dem Produkt steht ein Mutter-Tochter-Duo aus München. Ines Frey ist 58, ihre Tochter Leonie Steinhauer 26 Jahre alt.
Den Anstoß gab eine eigene Erfahrung: Nach einer missglückten Lippenunterspritzung musste Steinhauer zum Arzt, der ihr ein Mittel zum Auflösen der Hyaluronsäure spritzte. Das kostete sie 250 Euro zusätzlich, dazu kam eine Schwellung, die sie rund zwei Tage lang aus der Öffentlichkeit fernhielt. Aus dieser Erfahrung heraus entstand die Geschäftsidee.
Was die Löwen kritisch hinterfragen
Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Janna Ensthaler, Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel stellen dem Duo mehrere harte Fragen. Im Zentrum steht, wie belastbar die Studienlage zur Wirkung von HyEx überhaupt ist, denn eine Inhaltsstoffliste oder Studie hat das Duo bis zur Ausstrahlung nicht veröffentlicht.
Dazu kommt der rechtliche Rahmen: Ein Kosmetikprodukt wie HyEx darf an der Hautoberfläche wirken, ein Arzneimittel wirkt im Gewebe selbst. Genau diese Grenze müsste HyEx einhalten, wenn es Hyaluron unter der Haut beeinflussen will, ohne als Arzneimittel zugelassen zu sein.
Die Investoren fragen außerdem nach der angesetzten Bewertung von rund 996.000 Euro und danach, wie sich ein derart erklärungsbedürftiges Produkt überhaupt verständlich an Kundinnen vermitteln lässt.
Wie Hyaluron bisher fachärztlich aufgelöst wird
Der etablierte Weg heißt Hyaluronidase, ein Enzym, das gezielt in die betroffene Region gespritzt wird und die Hyaluronsäure im Gewebe abbaut. Mögliche Folgen sind Rötung, Schwellung, Brennen, Blutergüsse und in seltenen Fällen eine schwere allergische Reaktion, und auch das Ergebnis kann unvollständig oder ungleichmäßig ausfallen.
Der Markt für Unterspritzungen selbst schrumpft dabei. Laut einer Erhebung der Fachgesellschaft für ästhetisch-plastische Chirurgie unter 4.548 Teilnehmenden liegen Faltenunterspritzungen bei 10,5 Prozent der Behandlungswünsche, bei unter 30-Jährigen nur noch bei 2,7 Prozent. Als Gründe nennt die Fachgesellschaft den Wunsch nach natürlicheren Ergebnissen und kritische Berichterstattung über Hyaluronsäurepräparate. Wer Pannen korrigieren will, braucht Pannen, und genau deren Zahl geht bei jüngeren Patientinnen gerade spürbar zurück.



