
Ozempic-Face: Wie Galderma mit Gewichtsverlust-Haut Milliarden verdient
Galderma profitiert vom Ozempic-Face: Umsatz steigt um 25 Prozent, Jahresprognose 2026 auf bis zu 23,5 Prozent angehoben, getrieben von Fillern gegen Gesichtsvolumenverlust.

Der Dermatologie-Konzern Galderma wächst deutlich stärker als erwartet und hebt seine Jahresprognose an. Ein Treiber dahinter: Behandlungen gegen das sogenannte Ozempic-Face, die Folge von starkem Gewichtsverlust im Gesicht.
Was das Ozempic-Face ist und warum es Galderma betrifft
Der Begriff Ozempic-Face stammt aus sozialen Medien. Er beschreibt hagere, eingefallene Gesichter, wie man sie bei Prominenten wie Ariana Grande oder Robbie Williams nach vermutetem Gewichtsverlust durch Abnehmspritzen beobachtet hat.
Medizinisch steckt dahinter ein bekannter Mechanismus: Wer schnell viel Gewicht verliert, verliert auch Fettpolster im Gesicht. Die Haut hat dann oft nicht genug Elastizität, um sich dem neuen Volumen anzupassen, und wirkt schlaffer und eingefallen.
Wie Galderma mit Fillern und Biostimulatoren daran verdient
Genau hier setzt Galderma an. Der Konzern stellt Hyaluronsäure-Filler und sogenannte Biostimulatoren her, die die körpereigene Kollagenbildung anregen und so verlorenes Gesichtsvolumen wieder aufbauen.
Sprich vor der Behandlung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Galderma schult diese Fachkräfte selbst und sichert sich darüber direkt Kundschaft für die eigenen Produkte.
Das Geschäft wirkt dabei wie ein Türöffner: Wer sich nach einem Gewichtsverlust erstmals behandeln lässt, entdeckt laut Einschätzung von Pharmaanalyst Stefan Schneider von der Bank Vontobel häufig die ästhetische Medizin insgesamt für sich und kommt für weitere Anwendungen zurück.
Drei Geschäftsbereiche, ein Wachstumstreiber
Galderma gliedert sich in drei Sparten: injizierbare Ästhetik, Hautpflegeprodukte wie die Sonnencreme-Marke Daylong, sowie verschreibungspflichtige Medikamente. Die injizierbare Ästhetik ist davon der grösste Bereich und trägt aktuell das stärkste Wachstum.
Zum Vergleich steht Nemluvio, Galdermas wichtigstes Medikament gegen starken Juckreiz und Neurodermitis. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern damit knapp eine halbe Milliarde Dollar um, bis 2027 sollen es laut Unternehmensangaben über vier Milliarden werden.
So stark dieses Wachstumsversprechen auch klingt: Aktuell ist es die injizierbare Ästhetik rund um Filler und Biostimulatoren, die den Umsatzsprung der vergangenen Quartale tatsächlich trägt.
Warum die Börse genau jetzt hinschaut
Galderma ist seit 2024 an der Schweizer Börse SIX notiert, seit September 2025 zusätzlich im SMI gelistet, dem Index der 20 grössten und liquidesten Schweizer Aktientitel. Das rückt den Titel stärker ins Blickfeld von Investorinnen und Investoren.
Gestützt wird der Kurs durch die starken Geschäftszahlen und die angehobene Wachstumsprognose. Pharmaanalyst Stefan Schneider sieht die Wachstumschancen für Galderma grundsätzlich positiv.
Neben dem Abnehmtrend selbst wird Anti-Aging zu einem zweiten wichtigen Treiber für den Konzern, und genau an dieser Schnittstelle von Gewichtsverlust und Hautstraffung verdient Galderma aktuell besonders gut.



