Serumflasche mit Pipette, Cremetiegel, Spenderflasche, Becherglas und Petrischale auf hellem Stein
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Ozempic-Face: Wie Galderma mit Gewichtsverlust-Haut Milliarden verdient

Galderma profitiert vom Ozempic-Face: Umsatz steigt um 25 Prozent, Jahresprognose 2026 auf bis zu 23,5 Prozent angehoben, getrieben von Fillern gegen Gesichtsvolumenverlust.

Florian Döhnert-Breyer
Beitrag von
Überprüft durch
Aktualisiert am
24.10.2026
Veröffentlicht am
24.10.2026

Inhaltsverzeichnis6
  1. 1Das Wichtigste in Kürze
  2. 2Was das Ozempic-Face ist und warum es Galderma betrifft
  3. 3Wie Galderma mit Fillern und Biostimulatoren daran verdient
  4. 4Drei Geschäftsbereiche, ein Wachstumstreiber
  5. 5Warum die Börse genau jetzt hinschaut
  6. 6FAQ: Häufig gestellte Fragen

Der Dermatologie-Konzern Galderma wächst deutlich stärker als erwartet und hebt seine Jahresprognose an. Ein Treiber dahinter: Behandlungen gegen das sogenannte Ozempic-Face, die Folge von starkem Gewichtsverlust im Gesicht.

Was das Ozempic-Face ist und warum es Galderma betrifft

Der Begriff Ozempic-Face stammt aus sozialen Medien. Er beschreibt hagere, eingefallene Gesichter, wie man sie bei Prominenten wie Ariana Grande oder Robbie Williams nach vermutetem Gewichtsverlust durch Abnehmspritzen beobachtet hat.

Medizinisch steckt dahinter ein bekannter Mechanismus: Wer schnell viel Gewicht verliert, verliert auch Fettpolster im Gesicht. Die Haut hat dann oft nicht genug Elastizität, um sich dem neuen Volumen anzupassen, und wirkt schlaffer und eingefallen.

Wie Galderma mit Fillern und Biostimulatoren daran verdient

Genau hier setzt Galderma an. Der Konzern stellt Hyaluronsäure-Filler und sogenannte Biostimulatoren her, die die körpereigene Kollagenbildung anregen und so verlorenes Gesichtsvolumen wieder aufbauen.

Sprich vor der Behandlung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Galderma schult diese Fachkräfte selbst und sichert sich darüber direkt Kundschaft für die eigenen Produkte.

Das Geschäft wirkt dabei wie ein Türöffner: Wer sich nach einem Gewichtsverlust erstmals behandeln lässt, entdeckt laut Einschätzung von Pharmaanalyst Stefan Schneider von der Bank Vontobel häufig die ästhetische Medizin insgesamt für sich und kommt für weitere Anwendungen zurück.

Drei Geschäftsbereiche, ein Wachstumstreiber

Galderma gliedert sich in drei Sparten: injizierbare Ästhetik, Hautpflegeprodukte wie die Sonnencreme-Marke Daylong, sowie verschreibungspflichtige Medikamente. Die injizierbare Ästhetik ist davon der grösste Bereich und trägt aktuell das stärkste Wachstum.

Zum Vergleich steht Nemluvio, Galdermas wichtigstes Medikament gegen starken Juckreiz und Neurodermitis. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern damit knapp eine halbe Milliarde Dollar um, bis 2027 sollen es laut Unternehmensangaben über vier Milliarden werden.

So stark dieses Wachstumsversprechen auch klingt: Aktuell ist es die injizierbare Ästhetik rund um Filler und Biostimulatoren, die den Umsatzsprung der vergangenen Quartale tatsächlich trägt.

Warum die Börse genau jetzt hinschaut

Galderma ist seit 2024 an der Schweizer Börse SIX notiert, seit September 2025 zusätzlich im SMI gelistet, dem Index der 20 grössten und liquidesten Schweizer Aktientitel. Das rückt den Titel stärker ins Blickfeld von Investorinnen und Investoren.

Gestützt wird der Kurs durch die starken Geschäftszahlen und die angehobene Wachstumsprognose. Pharmaanalyst Stefan Schneider sieht die Wachstumschancen für Galderma grundsätzlich positiv.

Neben dem Abnehmtrend selbst wird Anti-Aging zu einem zweiten wichtigen Treiber für den Konzern, und genau an dieser Schnittstelle von Gewichtsverlust und Hautstraffung verdient Galderma aktuell besonders gut.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Nein. Ozempic-Face ist kein medizinischer Fachbegriff, sondern ein Schlagwort, das auf Social Media entstanden ist, um hagere, eingefallene Gesichter nach vermutetem Gewichtsverlust durch Abnehmspritzen zu beschreiben. Es existiert keine eigenständige Diagnosekategorie dafür, der zugrundeliegende Effekt (Volumenverlust im Gesicht nach schnellem Abnehmen) ist aber ein bekanntes und beschreibbares Phänomen.

Sprich vor der Behandlung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Galderma schult die behandelnden Fachkräfte selbst in der Anwendung seiner Produkte und sichert sich auf diesem Weg zugleich eine feste Kundschaft für die eigenen Filler und Biostimulatoren.

Galderma ging im März 2024 an die Schweizer Börse SIX, die Aktien wurden damals zum Höchstpreis der Angebotsspanne von 53 Schweizer Franken ausgegeben, was den Börsengang zu einem der grössten Europas in jenem Jahr machte. Seit dem Start legte der Kurs deutlich zu, getragen von starken Geschäftszahlen und der Aufnahme in den Schweizer Leitindex SMI im September 2025.

Neben Fillern und Biostimulatoren für die injizierbare Ästhetik gehören zu Galderma auch Pflegeprodukte wie die Sonnencreme-Marke Daylong und die Hautpflegelinie Cetaphil. Im Bereich verschreibungspflichtiger Medikamente ist Nemluvio das wichtigste Produkt, ein Wirkstoff gegen starken Juckreiz und Neurodermitis, mit dem der Konzern bis 2027 laut eigenen Angaben über vier Milliarden Dollar Umsatz anpeilt.